Wegen der komplizierten und kostspieligen Produktion konnte das Porzellan nicht in größeren Mengen fabriziert werden. Die Herstellung lag ausschließlich in den Händen der regierenden Fürsten und war an sie gebunden: Zum einen diente der Betrieb, der im Schloss integriert war, als Einnahmequelle, zum anderen sollte die Tischkultur ihn profilieren.

Die Rohstoffe Quarz und Feldspat waren leicht zu erhalten, doch das Kaolin war zunächst selten und kostbar. In der zweiten (merkantilistische Periode) war für die Gründung eines Unternehmens in erster Linie die Standortlehre ausschlaggebend. Der Betrieb konnte nun auch außerhalb der Schlösser liegen.

Die Porzellanbetriebe waren in der Regel dort angesiedelt, wo Brennmaterial und Arbeitskräfte vorhanden waren. Diese beiden Faktoren wirkten sich stärker in der Standortwahl aus als die verhältnismäßig hochwertigen Rohstoffe.

Einerseits wurde die Wahl der Abnehmer nicht mehr vorgeschrieben, andererseits mußte der Unternehmer auf die finanzielle Unterstützung des Fürsten verzichten. Die dritte Periode ließ nach dem Krieg (1870) die meisten Fabriken dort entstehen, wo bereits die Porzellanindustrie ansässig war oder die Verkehrsanbindung es ermöglichte.

Die Entwicklung der Porzellanindustrie machte ab jetzt ihre größten Fortschritte.
Das Porzellan und die Oberpfalz
Der erste Betrieb
Standortfrage
Absatzschwierigkeiten
Die neue Energiequelle
Kunst wird zum Design
Erste Porzellanfarben
Die Gründer-Periode
Aus den IHK-Berichten
Neue Verkehrsmittel
Billigimporte
Kaufkraftschwäche
Zur Jahrhundertwende