Der erste Betrieb
Standortfrage
Absatzschwierigkeiten
Die neue Energiequelle
Kunst wird zum Design
Erste Porzellanfarben
Die Gründer-Periode
Aus den IHK-Berichten
Neue Verkehrsmittel
Billigimporte
Kaufkraftschwäche
Zur Jahrhundertwende
 
Billigimporte
Der Absatz konnte durch Preissenkungen um 1882 leicht gesteigert werden. Zweiseitige Schutzzölle verhinderten einen Außenhandel mit Österreich, die Wirkung gegenüber französischen oder englischen Importen ist aber eher fraglich.

Ein gutes Absatzgebiet, allerdings zu äußert niedrigen Preisen, war lange Zeit Serbien. Die Donauschifffahrt ermöglicht dies. So folgt 1886 eine deutliche Absatzminderung für Steingut und Porzellan.

Die Preise waren fast unter die Herstellkosten gesunken, da die übermächtige und überproduzierende Konkurrenz aus England und Böhmen mit billigeren Produkten den heimischen Markt weiterhin überschwemmte.

Der Vorteil lag, wie auch in anderen Branchen dieser Länder, in den geringeren Transportkosten für Brennstoffe. Um die Konkurrenzfähigkeit zu verbessern, musste der Frachtkostensatz um 25 % gesenkt werden.

Ab 1889 konnten die Erzeugnisse der expandierenden Porzellanindustrie vollständig vom Markt aufgenommen werden. Die wachsende Konkurrenz garantierte niedrige oder sinkende Preise, so dass zwar der Stückgewinn abnahm, der Umsatz durch erhöhten Ausstoß unter Einbeziehung weiter entfernt gelegener Absatzgebiete aber konstant blieb.

Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass leistungsfähige industrielle Unternehmen entstanden, ältere und kleinere Betriebe aber einen konstanten Umsatz aufweisen konnten.

Die erst seit 1886 bestehende Porzellanfabrik Johann Reiner in Tirschenreuth, die zuvor Tonwaren produzierte, konnte durch den Aufschwung infolge gesteigerter Nachfrage auf allen deutschen und überseeischen Plätzen an Boden gewinnen.